Cloud IT

Cloud IT ist der etwas geläufigere Name für „Cloud Computing“, das aktuell als wichtigste Unternehmenstechnologie im Rahmen der Digitalisierung angesehen wird, noch vor Big Data oder der neuen Mobilität. Entsprechend oft fällt der Begriff der „Cloud IT“, oder der „Migration in die Cloud“, es ist die Rede von Azure und AWS, und was ist überhaupt diese Cloud, von der man oft wenig Gutes zu hören scheint? Wir erklären in diesem Artikel, was Cloud IT ist, welche Ansätze hierbei besonders für die Automotive-Branche relevant sind, beantworten die gängigsten Fragen und zeigen auf, wie auch Ihr Unternehmen vom ersten und vielleicht wichtigsten Schritt in die digitale Transformation profitiert.

Alle Cloud IT-Beiträge

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Was ist Cloud IT – Die Cloud einfach erklärt

Cloud IT ist per Definition der Begriff, mit dem wir in aller Regel das klassische „Cloud Computing“ meinen. Bereits seit den 90er Jahren ist die „Cloud“ ein genereller Begriff, der einen zentralen Server, Datenspeicher oder eine Anwendung bezeichnet, die – in aller Regel online – ohne viel Aufwand geteilt genutzt werden kann. Technisch gesehen handelt sich um miteinander vernetzte Rechner, meist Server, auf die von zahlreichen Quellen aus zugegriffen werden kann Dies ist als Antagonist zum bislang üblichen, rein lokalen Datenspeicher zu verstehen, wie etwa einem Computer, der meist nicht die nötigen Ressourcen mitbringt, um als leistungsfähiger Datenverwalter in großem Stil zu dienen. Hierfür werden Server verwendet, die über Schnittstellen (API) genutzt werden können. Visualisiert wird die „Cloud“ naheliegenderweise mit Wolken, von denen aus sich gesammelte Daten an Endgeräte verteilen lassen.

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Gemäß des Nationalen Instituts für Standards und Technologie (U.S. Bundesbehörde, im engl. Original „National Institute of Standards and Technology“) müssen 5 Punkte eingehalten werden, damit eine Technologie auch tatsächlich unter „Cloud IT“ bzw. „Cloud Computing“ fällt:

  • On-Demand Self Service (das Selbstbedienungsprinzip, bei dem der Nutzer beispielsweise auf Daten in der Cloud zugreifen kann, ohne dass hierfür eine manuelle Kontrolle oder Freigabe erforderlich ist)
  • Broad Network Access (die Leistungen der Cloud müssen über handelsübliche, für jeden Nutzer zugängliche Mittel erreicht werden können, wie beispielsweise mit dem Smartphone oder dem Fahrzeug via Internet)
  • Resource Pooling (der Cloud-Anbieter verpflichtet sich, viele Ressourcen zusammenzufassen, um ein Maximum an Nutzern zeitgleich und nach deren Bedarf bedienen zu können. Im Gegenzug hat der Nutzer keinen Einfluss darauf, welche Ressourcen genau das sind, ob also Anwendung, Server oder Datenbank, um Beispiele zu nennen).
  • Rapid Elasticity (die Leistung der Cloud kann vom Anbieter nach oben und unten skaliert werden, was für Nutzer oft den Eindruck der unbegrenzten Leistung mit sich bringt)
  • Measured Service (die bereitgestellten Dienste werden statistisch erfasst und ausgewertet)

Cloud IT bietet somit verschiedenste Services von der Infrastruktur as a Service (IaaS) über die Plattform (PaaS), die Software (SaaS) bis zu Funktionen (FaaS) zentral und bei Bedarf an. Somit gilt die Cloud als wichtigster Schritt in Richtung Digitalisierung, da Unternehmensleistungen nun zentral gesteuert und verwaltet und bei Bedarf hochskaliert werden können. Dies kann besonders bei Lastspitzen von elementarer Bedeutung sein, da im Falle vom plötzlichen Versand oder Empfang einer Vielzahl von Daten die Last auf die zahlreichen Rechner oder Server im Netzwerk der Cloud verteilt werden kann. Somit kommt es zu keiner Überlastung einzelner Systeme, was der Vermeidung von Beeinträchtigungen oder gar Ausfällen dienlich ist.

Warum Cloud Computing? Die Vorteile der Cloud IT

Der praktische Nutzen von Cloud Computing liegt auf der Hand. Denkt man weg vom rein privaten Bereich, in dem es oftmals sehr nützlich ist, wenn Daten von Fotos bis Kalendern zentral geteilt und von allen Mitgliedern genutzt werden können, landet man schnell bei Unternehmen, bei denen eine zentrale Zurverfügungstellung von Daten Kern der Angebotspalette sein kann. Man landet unweigerlich im Automotive-Sektor, in dem das Fahrzeug mehr denn je rollendes Devices ist, ein Smartphone im großen Stil, das online nicht nur auf Entertainment zugreift, sondern auf elementare Fahrzeugfunktionen. Fahrzeugdaten können ausgelesen und interpretiert werden (hierzu empfehlen wir unseren Artikel zum „IDS – Identity Storage“, in dem wir die dahinterstehende Technologie genauer erklären), Leistungen gebucht, Updates „over the air“ übertragen und installiert werden. Die hier kommende Vereinheitlichung der Steuergeräte (auch hierzu haben wir tolle Informationen im Form eines spannenden Interviews mit CARIAD für euch) in Verbindung mit der zentralen Datenverwaltung auf Cloud-Seite wird enorme Entwicklungen bei gleichzeitigen, potenziell hohen Einsparungen mit sich bringen.

In jedem Fall sprechen wir hier von Datenaustausch in gigantischen Mengen, mit tausenden von Requests pro Sekunde, an- und absteigend mit hoher und niedriger Nutzerfrequenz. So werden Fahrzeuge in Großstädten während der Rush Hour viel mehr genutzt als zu Nachtzeiten – hierauf muss ein Cloud-System flexibel reagieren können, und dies ist nur ein einfaches Nutzungsbeispiel unter Vielen. Ein hochfrequenter Online-Shop mag in der Weihnachtszeit ein Vielfaches an Online-Anfragen haben als im Hochsommer. Auch hierfür muss ein Cloud Computing Netzwerk ausfallsicher bereit sein, ohne in niederfrequentierten Zeiten unnötige Ressourcen bereitzustellen und abzurechnen.

Last, but not least ist ein weiterer Vorteil offensichtlich: Es besteht keine Notwendigkeit zum Aufbau und Unterhalt einer eigenen, teuren IT und einer Verwaltung aller Dienste auf eigenen Rechenkapazitäten. Diese können problemlos extern angemietet werden, Aufbau und genaue Funktion der Cloud sind je nach Nutzung irrelevant. Natürlich kann es bei bestimmten Modellen der Cloud-Nutzung notwendig sein, eine hohe Kenntnis über die genutzten Systeme zu besitzen, grundsätzlich hängt das Konzept des Cloud Computing aber nicht vom technischen Detail dahinter ab.

Das sehen übrigens nicht nur wir, also die Mobility Rockstars als Teil der Cognizant Mobility so: Über 82 Prozent aller befragten Unternehmen in Deutschland setzen auf Cloud Computing im eigenen Betrieb, was eine Studie der Bitkom im Auftrag der KPMG ergab.

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Die Liste der Vorteile ist allerdings noch deutlich länger – wir listen nachstehend einige zur Übersicht auf:

  • Erreichbarkeit von überall, wo ein Internetzugang besteht
  • Optionalität – viele Möglichkeiten, Speicher entsprechend den Unternehmens-Anforderungen zu nutzen (Stichworte Public Cloud, Private Cloud, Hybrid Cloud
  • Kontrolle („As-A-Service“-Optionen)
  • Datensicherung außerhalb des Unternehmens
  • Verwaltung, Absicherung und Reparaturen durch Cloud-Anbieter
  • Sicherheitsmerkmale (Verschlüsselungsverfahren auf höchstem Niveau)
  • Einsparungspotenzial (Verzicht auf eigene Hardware und Ressourcen)
  • Schnelle Skalierbarkeit dank virtuell unbegrenzten Ressourcen
  • Schnelle Implementierung von Neuerungen, einhergehend mit einem Wettbewerbsvorteil
  • Verwaltung teils massiver Datenmengen möglich (Big Data)

Im Automotive-Bereich werden die Vorteil von Cloud Computing gar zum unverzichtbaren Bestandteil der Weiterentwicklung. Schon das Fahrzeug von heute, erst recht das von morgen, ist vernetztes Automobil. Millionen Daten von Millionen Nutzern wollen verarbeitet werden, was für eine lokale IT unmöglich ist. Hier kann nur Cloud Computing die Verwaltung dieser Datenberge ermöglichen. Unternehmen wie Volkswagen investieren hohe zweistellige Milliardenbeträge in den kommenden Jahren, um die Vernetzung der automobilen Industrie voranzutreiben. Vom intelligenten Navigationssystem über automatisches Einparken, Notfallhilfen, autonomes Fahren und viele Dienste mehr: Eine Zukunft ohne Cloud Computing ist aus der Automotive-Branche unmöglich, und eine Migration der lokalen Infrastruktur in die Cloud unumgänglich. Wie die Migration einer IT gelingt, und wie dabei der gefürchtete „Cloud-Lock-In“ vermieden werden kann, erklären wir für alle Interessierten in einem unserer beliebten Mobility Rockstars Interviews mit Tobias Müller, Leiter der Abteilung Cloud IT der Cognizant Mobility GmbH.

Fest steht, dass Entwicklungen wie das Internet of Things (IoT), Spracherkennung, Blockchain, Data-Lake-Anwendungen oder Künstliche Intelligenz fest mit Cloud Computing verwoben sind, die Zukunft also definitiv in der Nutzung und Migration in die Cloud liegt.

Wie kann ich Cloud IT in meinem Unternehmen nutzen? Welche Dienste gibt es?

Wie euer Unternehmen von Cloud IT profitieren kann, könnt ihr grundsätzlich aus der Vielzahl der Vorteile ableiten, die Cloud Computing mit sich bringt. Ob eine höhere Ausfallsicherheit oder Kostenreduktion, ob Skalierbarkeit oder bessere Verteilung von Ressourcen: Wenn ihr zukunftssicher bleiben wollt, ist die Migration der IT in die Cloud kaum vermeidbar. Dabei gilt es allerdings, das eine oder andere zu beachten.

Zunächst steht die klare Definition eurer eigenen Anforderungen und eurer Wünsche im Vordergrund. Hierzu empfiehlt es sich, sich von Spezialisten mit Erfahrung und Kenntnis eurer Situation beraten zu lassen. Seriöse Unternehmen bieten eine Ersteinschätzung in aller Regel kostenfrei an. Auch die Cognizant Mobility GmbH steht für eine solche Beratung zur Verfügung.

Als kleine Checkliste geben wir euch folgende 5 Punkte mit an die Hand, die ihr auf jeden Fall vor der Auswahl eines Anbieters berücksichtigen solltet:

  1. Kann der Cloud IT-Anbieter alles umsetzen, was das Unternehmen benötigt, jetzt und in Zukunft? Und ist ein späterer Wechsel in eine andere Cloud möglich (Lock-In-Effekt!)
  2. Können die Unternehmensprozesse so angepasst werden, dass eine Cloud eingebunden werden kann, und stehen Investment und Nutzen in einem gesunden Verhältnis?
  3. Werden Compliance und Sicherheit berücksichtigt (laut Cloud Monitor immerhin die beiden wichtigsten Kriterien für nahezu alle befragten Unternehmen)
  4. Wie hoch ist die garantierte Servicezeit, wie redundant ist das System, um Ausfällen vorzubeugen?
  5. Wo stehen die Server?

Als Marktführer lassen sich sicherlich Amazons AWS (Amazon Web Services) und Microsoft Azure bezeichnen, doch auch andere globale Player buhlen um den gigantischen Cloud-IT-Markt:

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(Quelle: RightScale 2018 State of the Cloud Report)

Eine der uns am häufigsten gestellten Fragen, die dieser Artikel abschließend klärt, ist sicherlich die nach der Security: Wie sicher ist die Cloud? Gemäß aktueller Erkenntnisse, einige davon ebenfalls in der zitierten Studie einzusehen, ist die öffentlich nutzbare IT-Cloud sicherer als die eigene IT, um rund 10 Prozent geringer die Zahl der Vorfälle in der Cloud gegenüber lokaler IT in den letzten 12 Monaten.

Dabei ist Sicherheit oft nicht nur Sache der Cloud-Anbieter. Je nach Konzept können Unternehmen selbst für die Lauffähigkeit, Absicherung und Ausfallsicherung der genutzten Cloud-Dienste zuständig sein. Hier spielen moderne Verschlüsselungsverfahren und Security-Konzepte eine große Rolle, die mit Cloud-Anbietern im Detail vereinbart werden können. Diese stellen auch selbst auf Wunsch weitreichende Angebote zur Verfügung. Gerne beraten unsere Experten von der Cognizant Mobility euer Unternehmen auch in diesem Punkt – vereinbart gerne jederzeit ein kostenloses Erstgespräch mit uns über unser Kontaktformular.