Identity Storage (IDS) – Fahrzeugdaten zentral verwalten

Ein Identity Storage, meist mit „IDS“ abgekürzt, ist ein cloudbasiertes System, um Fahrzeug-, Vertrags- und Händlerdaten zentral zu speichern und für den Abruf bereitzustellen. Und das ist auch nötig, denn die Automotive-Landschaft ist naturgemäß eine Branche, in der nach Lösungen gesucht wird. Lösungen für Hersteller, für Anwender und für Zulieferer. Mit der zunehmenden Beschleunigung im automobilen Fortschritt steigt auch die Zahl der Lösungen. Schnell ergibt sich aus diesem Strauß an Möglichkeiten eine gewisse Unordnung, die zu zentralisieren sicherlich eine der wichtigen Aufgaben der digitalen Transformation ist, die auch und gerade vor der Automobilbranche keinen Halt macht. Hier kommt das Identity Storage ins Spiel, an dem die Cognizant Mobility mit ihrem Cloud IT Team rund um Vera Yordanova spielentscheidend mitwirkt.

Vera Yordanova Cognizant Mobility Cloud IT

Vera Yordanova

Cloud IT Professional

19.10.21

Ca. 8 min

Was genau ist ein Identity Storage?

Dass das Auto heutzutage ein Wunder der Konnektivität ist, steht außer Frage. Eine Myriade von Möglichkeiten ergibt sich im Fahrzeug für den modernen Fahrer: Diverse Remote Services von der Türe bis zum automatisch öffnenden Kofferraum, Vehicle Finder, Entertainment Systeme, Concierge Services oder Infos zum Fahrzeugzustand. Eine Vielzahl an Informationen aus verschiedenen Systemen will interpretiert werden, und schließlich muss sich der Nutzer irgendwie für den genutzten Service autorisieren lassen. Hierzu senden der Nutzer, die Anwendung oder eben das Fahrzeug eine Anfrage an das Identity Storage, das all diese Daten aus verschiedenen Datenquellen sammelt und zentralisiert verwaltet.

Doch woher hat das Identity Storage diese Daten? Die Fahrzeugdaten werden anhand der 17-stelligen VIN (Vehicle Identification Number) gespeichert, gemeinsam mit den entsprechenden Vertrags- und Händlerdaten, und zwar in einem einheitlichen Format. Hierdurch wird erreicht, dass die Fachanwendungen nicht auf diverse Nachbarsysteme zugreifen müssen, wenn eine Anfrage des Hauptnutzers (in aller Regel das Fahrzeug selbst) eingeht. Die Abspeicherung der Datenmengen ist dabei beeindruckend massiv: Millionen Daten werden gespeichert, die mit bis zu 2.500 Requests pro Sekunde abgefragt werden. Und es ist kein Ende in Sicht: Die Anzahl der Telematik*-fähigen Fahrzeuge, der angebotenen Services und deren Nutzer steigt jährlich rasant an, und mit ihnen der zu verwaltende Datenberg. Eine herkulische Aufgabe.

*Telematik ist ein Kunstwort, das sich aus den Wörtern „Telekommunikation“ und „Informatik“ zusammensetzt und beide Bereiche verbindet.

Wie funktioniert das Identity Storage?

Zur effizienten Verwaltung des Identity Storage (IDS) hat Cognizant Mobility das sogenannte SYNC-System entwickelt, das die Daten entweder zeitgesteuert (also automatisch in vordefinierten Intervallen) oder als Push-Nachricht (via Java Messaging Service (JMS)) aus unterschiedlichen Quellsystemen (wie beispielweise Account Management Systemen) mit verschiedenen Formaten vereint und importiert.

Der größte Teil dieser Daten bezieht sich hierbei auf die Spezifikation und Telematik-Fähigkeit des anfragenden Fahrzeugs, wie Ausstattung, Antrieb, MSISDN (Mobile Station Integrated Services Digital Network Number – eine weltweit eindeutige Rufnummer, die der Anrufer wählt, um einen Mobilfunkteilnehmer zu erreichen) und ähnliche Informations-Komponenten.

Einen weiteren, wesentlichen Teil der Datenmenge machen Kundenvertragsdaten und gebuchte Services aus, die über die diversen Account Management Systeme gepusht werden – aber auch Daten wie Farb- und Modellbezeichnungen, Lackierungen und Händlerdaten werden im Identity Storage synchronisiert.

Der Fahrzeughersteller BMW betreibt dieses System in der Open Shift Cloud (einer „On-Premise-Cloud“, was bedeutet, dass die Server beim Fahrzeughersteller stehen), das aktuell von Cognizant Mobility weiterentwickelt und verwaltet wird. Die Daten selbst werden dabei in eine PostGreSQL-Datenbank gespeichert, die wiederum in einer Amazon Web Services (AWS) Cloud gehostet wird.

Identity Storage Funktionsweise Cognizant Mobility
IDS = SVDS (Lesen der Daten) + SYNC (Schreiben der Daten)

IDS und SVDS – Das optimale Zusammenspiel effizienter Systeme zur Fahrzeugdaten-Abfrage

Wer „A“ sagt, muss auch „B“ sagen – oder, in diesem Fall gilt: Wer „SYNC“ sagt, muss auch „SVDS“ sagen, oder sich die Mühe machen, das etwas kryptisch anmutende Akronym voll auszusprechen: Static Vehicle Data Service.

Dieser Service bietet diversen Applikationen, einschließlich des anfragenden Fahrzeugs (das letztlich der größte Nutzer und die wichtigste Anwendung zugleich ist) REST*-Services zum Abruf aller via SYNC gesammelten Daten. Was also im Identity Storage an Daten ankommt, kann via SVDS und der zugehörigen Schnittstelle abgerufen werden. Nicht zu verwechseln ist hierbei die Anfrage des Fahrzeugs zur Autorisierung mit Fahrer-Services, die dieser via eSIM abrufen kann – lesen Sie hierzu gerne unseren entsprechenden Beitrag auf dieser Website.

*REST = Representational State Transfer: Eine Programmierschnittstelle, die einen Ansatz für die Kommunikation zwischen Client und Server in Netzwerk-Systemen beschreibt

Will der Fahrer, die Anwendung, kurz: Der Kunde nun einen bestimmten Service verwenden, wird eine Anfrage von beispielsweise dessen Smartphone oder Fahrzeug an das SVDS erstellt. Dabei werden die Daten innerhalb unterschiedlicher Szenarien ermittelt, und es erfolgt die automatisierte Feststellung, ob der Anfrager entsprechend autorisiert wird, indem bestimmte Fahrzeug- oder SIM-Daten geliefert werden.

Vereinfacht gesagt stellt Cognizant Mobility das nötige Backend, das via SYNC System von den Account Management Systemen mit Daten befüllt wurde, die nötigen Anwendungen mittels diverser REST-Schnittstellen zur Verfügung – und dies alles in einem 24/7 laufenden Live-System, das sekündlich tausende von Daten verarbeiten muss und somit auch absolut ausfallsicher betrieben werden muss. Das SVDS System wird übrigens in Kürze ebenfalls in die AWS Cloud migriert – ein weiterer Schritt in Richtung digitale Transformation im Fahrzeug.

Identity Storage – Das Fazit

Jeden Tag ein neuer Service im Fahrzeug – die Entwicklung steht nicht still, immer neue Ideen, Innovationen und immer mehr Technik halten Einzug in den automobilen Alltag. Die Verwaltung der vielen Dienste beruht auf einer nur schwer zu überschauenden Menge an Daten, auf schneller Synchronisation dieser Daten möglichst in Echtzeit, auf ausfallsicherer Technik und der sicheren sowie zentralen Bereitstellung der Daten. All dies ist längst nicht mehr manuell möglich, hierfür ist die schiere Menge an Daten viel zu groß. Automatisierung, Zentralisierung – das ist nötig, um einen reibungslosen, nachvollziehbaren und letztlich auch nutzerorientierten Ablauf zu ermöglichen. Immerhin möchte der Nutzer der Services seine Leistungen möglichst sofort nutzen, und das auch verlässlich, anstatt bei einer etwaigen Anfrage Wartezeiten ausgesetzt zu sein.

In dieser immer schneller voranschreitenden Zeit, in der mehr Data Scientists, Softwareentwickler und DevOps Team in der Automobilbranche arbeiten als Mechaniker und Mechatroniker, gewinnen digitale und cloudbasierte Lösungen immer weiter an Bedeutung. Die Cognizant Mobility ist dank ihrer Pionierarbeit im Rahmen von Kooperationen mit den namhaften Fahrzeugherstellern des nationalen und internationalen Umfelds optimal aufgestellt und kann mit Knowhow und Erfahrung dabei helfen, auch Ihre Datenverwaltung zu optimieren – nehmen Sie gerne direkt über das Kontaktformular Verbindung mit uns auf, wir hören uns Ihr Anliegen und finden eine gemeinsame Lösung.

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Professional Vera Yordanova

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