Software-Entwicklung im Wandel – Wieso neue Mindsets in der Industrie gebraucht werden

Software-Entwicklung: Kaum ein Device, das nicht ohne extensive, vorherige Arbeit in der Entwicklung, Fertigstellung und Verbreitung – und nicht zu vergessen, Wartung – von Software funktionieren kann. Während sich die Welt gerade daran gewöhnt hat, dass gerade im Automotive-Bereich kein Meter mehr gerollt werden kann, findet sich die Industrie vor neuen, teils gar zulassungsrelevanten Herausforderungen wieder, und mit ihr die Software-Entwicklung.

Marc Wiechmann Cognizant Mobility

Marc Wiechmann

Marketing Professional

4.07.22

Ca. 8 min

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Was macht moderne Software-Entwicklung aus?

Die Suche nach modernen, effizienten Methoden für Software-Entwicklung ist keine neue. Prozessoptimierung, Waterfall, Scrum, Agile – eine kontinuierliche Entwicklung in Methodik und Abwicklung gerade von großen Projekten im Automotive Software Development ist sicherlich zu beobachten, ist aber auch nicht immer die Lösung. Ein Framework wie Scrum ist nicht nur der Entwicklung, dem Prozess und dem finalen Produkt zuträglich, sondern bettet auch Menschlichkeit und Erfahrungsaustauch wieder, macht Vorgänge messbar, reproduzierbar und letztlich auch abrechnungsfähig. Indes, selbst im Scrum besteht eine gewisse Diskrepanz. So will der Product Owner nach Absprache mit dem Kunden möglichst viele tolle Funktionen, während der Software-Entwickler auf hohem Niveau mit aktuellen Frameworks und Tools arbeiten möchte – und dann ist da noch das Management, das auf der Einhaltung eines Budgets besteht.

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Software-Entwicklung nach Scrum ist State-of-the-Art. Aber ist es auch die alleinige Lösung für die wachsenden Herausforderungen im Automotive Software Development?

Es zeigt sich also – heute mehr denn je – dass nicht nur eine funktonale Sinnsuche besteht, die eine ganze Industrie, einen ganzen Wirtschaftszweig gar, pausenlos im Griff hält. Immer auf der Jagd nach mehr Effizienz, nach menschlichen Abläufen, nach möglichst durchdachten und von allen Aspekten durchleuchteten Produkten. Dabei sind es das Mindset, ein wenig Voraussicht und unbedingte Flexibilität, die moderne und starke Software-Entwicklung ausmachen.

Sicher: KPIs sind wichtig. Deadlines sind wichtig. Aufwand, Qualität, Nutzen – relevante Messwerte, die am Ende des Tages meist über bilanzierten Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Doch nicht nur, wer an Althergebrachtem festhält, kann sich in die Ecke manövrieren. Auch, wer „nur“ State-of-the-Art bleibt, kann über die kurzen Innovationssprünge in der Software-Entwicklung stolpern. Doch, und hier die gute Nachricht, dafür gibt es Lösungen.

Agile Erfahrung, Automatisierung, Erweiterbarkeit

Natürlich wollen und müssen wir an dieser Stelle offen mit euch sein: Wir haben Erfahrung, und sprechen aus eben jener. Erfahrung aus zahllosen Projekten mit namhaften OEMs der (vorwiegend) deutschen Automobilindustrie. Wir kennen die Anforderungen, kennen die Herausforderungen, und wissen, was Kunden bewegt. So viel also zur Eigenwerbung – das soll nicht das Thema dieses Beitrags sein, aber wer sich genauer informieren möchte, findet viele unserer Themen auf unserem Blog in der Übersicht, hier gelangt ihr da unkompliziert hin: >> klick mich <<

Worauf wir hinauswollen ist indes, dass der Startpunkt für moderne und effiziente Software-Entwicklung schon vor der eigentlichen Arbeit beginnt, beispielsweise im Anforderungsmanagement. Hier zeigt sich schon, wer vorausschauend arbeitet, und wer nicht. Werden Anforderungen so geschrieben, dass sie alle Eventualitäten berücksichtigen? Wird daran gedacht, dass sich Dinge und teils sogar zulassungsrelevante Aspekte ändern können? Man denke nur an die UNECEs R155 und R156 zum Thema Cybersecurity, für Zulieferer vor allem in Form der ISO21434, ohne deren Nachweis zur vollständigen Erbringung der nötigen Anforderungen keine Zulassung mehr erfolgen wird. Auch die neue Richtlinie der EU, ab 2035 nur noch emissionsfreie Neufahrzeuge zuzulassen, wird einen erheblichen Wandel in der Industrie bewegen. Unseren ausführlichen Artikel zur Entstehen der UNECE und ISO21434 lest ihr in Kürze hier auf dem Blog – abonniert also am besten unseren Newsletter oder folgt uns auf LinkedIn, um das nicht zu verpassen.

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Vor allem im Bereich der Cybersecurity warten die Gesetzgeber mit erheblichen Neuerungen auf, die zulassungsrelevant sind. Für Zulieferer ist hier vor allem die ISO21434 von elementarer Bedeutung und trifft auch einen nur semi-vorbereiteten Markt.

Neue Standards in der Software-Entwicklung ab 2022

Wir nennen hier also zwei neue Standards, die schon seit Mitte 2021 dafür sorgen, dass die Industrie regelrecht aufgeregt ist und nach Lösungen sucht, nach Standards. Die begleitende Software-Entwicklung muss diese Standards kennen, und musste diese vorausahnen. Wohl den Zulieferern mit wachem Auge und wachen Entwicklern, die sich schon vor Jahren auf die Themen Safety und Security im Fahrzeug eingestellt haben. Wer schon beizeiten hohen Wert auf Funktionale Sicherheit (z.B. nach ISO26262) und ähnliche Aspekte eingestellt war, mag sich dem Wandel selbstbewusster entgegenstellen und mit moderner, zielorientierter Software-Entwicklung punkten. Diese funktioniert durchaus weiterhin mit SCRUM (und selbst dieses Framework ist bis heute nicht in wirklich jeder Abteilung weltweit angekommen), ein agiler Ansatz ist indes dennoch überaus förderlich, und DevOps ist gar eine optimale Lösung, um Entwicklung und funktionalen Betrieb zusammenzuführen. Wie dies sogar messbar gemacht werden kann, zeigt beispielsweise auch „Dash4U“, ein DevOps Dashboard – wenn euch sowas interessiert, findet ihr hier den Link zum Artikel. DevOps ist ein Ansatz, der darauf abzielt, dass der Betrieb des Produkts und damit oft auch die Prozesse und das Tooling des beauftragenden Unternehmens aus einer Hand stammen und von Beginn an in der kontinuierlichen Software-Entwicklung berücksichtigt wird – womit sich der Kreis zum gewissenhaften und perspektivischen Anforderungsmanagement (oft auch „Requirements Management“, oder, je nach Ausprägung, „Requirements Engineering“ genannt) schließt. Schon heute zu entwickeln, was morgen auf den Straßen fährt, ist das Eine, und nicht umsonst Motto namhafter Unternehmen der Zuliefererindustrie. Indes, was übermorgen auf der Straße fahren soll, und dabei von Entstehung bis finalem Produktende (bei Autos meist Verschrottung und Zerstörung von Datenzugriffspunkten) über den gesamten Lifecycle hinweg – das ist die Kunst an moderner Software-Entwicklung. Dafür ist DevOps eine Lösung von vielen, aber sicherlich eine geeignete.

Um einen langen Absatz thematisch umfassend zu beenden, muss auch das Thema der Automatisierung zumindest erwähnt werden, die vor allem in der Industrie 4.0 und im praktisch größten IoT-Device, dem Fahrzeug, eine enorme Rolle spielt. Software muss somit skalierbar sein, erweiterbar, und kompatibel mit Drittsystemen, um Automatisierungen, over-the-air-Updates und durchaus tiefgreifende Versionsänderungen jederzeit zu ermöglichen. Gemäß UNECE R155 muss Software im Fahrzeug künftig über den gesamten Lebenszyklus sicher gehalten und gewartet werden. Die hierzu nötigen Frameworks bestehen kaum und müssen von der jetzigen, mehr noch aber kommenden Generation an Software-Entwicklern architektonisch konzipiert, validiert und umgesetzt werden. Eine gewaltige Gelegenheit, der sich die Branche intensiv wie selten zuvor stellen darf.

Software-Entwicklung im Fokus der Moderne – das Fazit

Wer heute also eine Karriere in der Software-Entwicklung anstrebt, ist gut beraten. Auch die Cognizant Mobility bietet hierzu viele Gelegenheiten, weshalb wir euch gerne einen Link zum Karriereportal zur Verfügung stellen -> einfach hier klicken.

Sicherlich lässt sich dabei aber festhalten, dass dieser Berufszweig in einer – wir bemühen das aktuelle Trendwort in Politik und Feuilleton – Zeitenwende steckt und sich tiefgreifend wandeln muss. Vorbei das gemächliche Tempo in sicherer Auftragslage. Chipkrisen, Kobaltmangel, neue UN-Vorgaben, und noch dazu der Vormarsch von E-Auto, autonom fahrenden Autos und synthetischen Kraftstoffen wie E-Fuels – seht hierzu gerne unser sehr sehenswertes Interview mit einem Studienkreis der Hochschule Darmstadt. Herausforderungen warten, die nie zuvor gestellt wurden, zu denen es keine Erfahrungswerte gibt, keine Vordenker, keine Präzedenzfälle. Wir freuen uns aber unbedingt darauf, diese spannende Zukunft nicht nur anzugehen, sondern aktiv mitzuentwickeln, um die Automobil-Industrie und die Software-Entwicklung auf ein neues Level zu heben. Und wir freuen uns, wenn ihr uns dabei ein Stück begleitet.

Professional Marc Wiechmann

Marc Wiechmann

Marketing Professional

Marc arbeitet als Senior Digital Marketing Manager bei Cognizant Mobility und generiert Content, fährt Kampagnen und leitet die SEO-Strategie der Internetauftritte.