Perseus – Personalized End User Storage

In einer Welt, in der viele Dinge der Konformität anheimfallen, ist es uns oft ein Bedürfnis, unsere Individualität zu betonen. Und wo ginge das besser als im eigenen Auto? Aktuelle Fahrzeuge bieten Fahrer:innen eine kaum noch überschaubare Anzahl möglicher Personalisierungen, und Personalisierung schafft Komfort. Ob Positionsfavoriten im Navigationsgerät, Sitz- und Lenkradeinstellungen, Ambient Light, Instrumentencluster der Anzeige und vieles mehr: All dies lässt sich individuell einstellen. Schade, dass diese Einstellungen bislang nicht mit uns umziehen konnten, wenn wir in ein anderes Fahrzeug umsteigen. „Bislang“ ist allerdings hier das Stichwort: Mit einem personalisierten End User Storage stellt die Cognizant Mobility die Grundlage für ein hochverfügbares System, welches die Verwaltung der nutzerabhängigen Daten per App, PC und auf allen Fahrzeugen übernimmt und somit ermöglicht, dass die individuellen Einstellungen auf andere Fahrzeuge übertragen werden können.

Wie dies funktioniert, was die technische Grundlage dahinter ist und was die Mobility Rockstars der Cognizant Mobility GmbH auf diesem Gebiet an Expertise mitbringt, stellt euch dieser Artikel vor.

Marc Wiechmann Cognizant Mobility

Marc Wiechmann

Marketing Professional

8.02.22

Ca. 12 min

Sharing is caring!

Das Personalized End User Storage – So ziehen deine Einstellungen mit ins neue Fahrzeug

Wer kennt das nicht? Sitz perfekt eingestellt, Lenkrad auf perfekter Höhe, alle Spiegel optimal eingestellt. Heizung hat die perfekte Temperatur, das Navi ist schon bereit und bietet eine Liste der 5 beliebtesten Orte, die wir oft besuchen, und auf dem Display sind alle Anzeigen, die uns interessieren: Herrlich. Wie oft verlieren wir diese Idylle allerdings, wenn wir uns das Fahrzeug mit weiteren Fahrer:innen teilen? Ob es nun der/die Lebenspartner:in ist, ob wir Car Sharing betreiben, oder ob wir gar in ein anderes Fahrzeug umsteigen, weil wir einen Firmenwagen fahren oder einen Mietfahrzeug ausgeliehen haben – jedes Mal musst du die Basis-Einstellungen neu treffen, und viele Funktionen lohnen sich aufgrund der kurzen Nutzungsdauer kaum, in den verschachtelten Menüs der Fahrzeug-Software zu suchen, oder man findet gar nicht erst, was man sucht.

Diese Zeiten sind gottlob vorbei, zumindest, wenn man innerhalb der Flotte eines Fahrzeugherstellers bleibt. Dank des Personalized End User Storage, intern gerne „Perseus“ abgekürzt, lassen sich die personalisierten Daten von überall mittels App oder Browser mit beliebigen Fahrzeugen synchronisieren. Schluss mit langem Gesuche und Gefummel, von jetzt an heißt es „einsteigen, sich an der App anmelden (oder via QR-Code am Fahrzeug), Einstellungen übernehmen lassen – und wie gewohnt losfahren“.

Wie funktioniert das Personalized End User Storage?

Grundsätzlicher Dreh- und Angelpunkt von „Perseus“ ist die Option, alle userbezogenen Informationen abzulegen und von jedem Punkt (App, Website, andere Fahrzeuge) aus wieder abrufen zu können. Die App „,MyBMW“ ist dabei schon seit einiger Zeit bekannt und im Einsatz – derzeit auch noch der einzige OEM, der das Personalized End User Storage in dieser Form bereitstellt, wenngleich zu erwarten ist, dass andere Hersteller diesem Beispiel folgen. Eine Hersteller-übergreifende Nutzung bleibt aktuell noch eine Vision, an der Entwickler:innen dennoch arbeiten, um für Endnutzer den maximal möglichen Komfort anbieten zu können.

Als wichtiger Teil der Software-Entwicklung und Teil des Portfolios der Cognizant Mobility ist das Backend der für diese Personalisierung, deren finaler Endnutzungspunkt die genannte App ist, das Rückgrat des Personalized End User Storage. Im Backend werden die Daten empfangen, verwaltet und für den Abruf bereitgestellt – es bildet also das Backend die Schnittstelle zwischen Frontend (der App, oder einer Website) und dem Fahrzeug. So kann Komfort geschaffen werden, indem die personalisierten Daten für den Nutzer dort bereitgestellt werden, wo er/sie diese benötigt, in diesem Fall im aktuell genutzten Fahrzeug. So verlieren Mietwagen, Car-Sharings und Fahrgemeinschaften ihren Schrecken, zumindest was die Fahrzeug-Personalisierung angeht. Wenn der gewohnte Radiosender spielt und alle Konfigurationen individuell übertragen werden, fährt es sich auch mit weniger Ablenkung und somit nicht nur bequemer, sondern auch sicherer. Die Verwaltung übernimmt dabei eine Software-Entwicklung mit Erfahrung im Automotive, mit Cloud Native Entwicklung und der Beteiligung an Branchenstandards (so ist die Cognizant Mobility beispielsweise im Autosar-Gremium vertreten und beteiligt sich aktiv an der Weiterführung der Automotive-Standards).

Die Daten selbst werden direkt im Fahrzeug gespeichert, dessen Schlüssel der Nutzer verwendet. So gelangen die Daten ins Backend und können von dort aus wiederum auf die App geladen werden. Bei älteren Fahrzeugen bietet sich die Option an, die Daten auf den Fahrzeugschlüssel zu laden – und von dort aus direkt ins Fahrzeug zu übertragen. Im weiteren Schritten arbeitet die Branche  weiterhin mit Hochdruck am digitalen Autoschlüssel, dem „Digital Car Key“, durch den ein physischer Schlüssel obsolet wird. Stattdessen wird das Auto via App entsperrt und individualisiert, ganz ohne Aufwand für Endnutzer:innen. Diese Methode gibt es bereits im aktiven Einsatz und wird in den kommenden Jahren sicherlich verfeinert und optimiert werden – der Komfort dieser Lösung ist ersichtlich, ebenso wie die Notwendigkeit nach begleitenden Security-Maßnahmen.

personalized-end-user-storage_digital-car-key_cognizant-mobility
Physische Schlüssel mit Nutzerdaten sind outdated – künftig verwalten wir Fahrzeuge, personalisierte Daten und Anwendungen direkt über das Smartphone.

Personalized End User Storage: Der technische Hintergrund

Die grundsätzliche Entwicklungsarbeit folgt modernen Frameworks wie Scrum, beziehungsweise in diesem Fall sogar „SAFe“ (Scaled Agile Framework). Ohne in die Tiefe gehen zu wollen, sei gesagt, dass SAFe eine Anpassung des Scrum Frameworks für große Unternehmen ist, deren Großaufträge sich nicht mit nur einem Scrum Team lösen lassen. Via SAFe lassen sich Abhängigkeiten innerhalb unterschiedlicher Scrum Teams minimieren. In Fall der Cognizant Mobility werden Product Increments mit Längen von 2 Monaten mit 4 Sprints angesetzt, aber wie gesagt, ist dies eher ein Detail. Indes, durchaus ein wesentliches, schließlich sind Scrum (in diesem Fall SAFe) und Agile relevante Frameworks, die in zeitaktuellen Entwicklerteams unverzichtbarer Bestandteil auf dem Weg zum Erfolg sind.

Die Entwicklung des Personalized End User Storage findet hierbei komplett Cloud Native statt – wenn euch interessiert, was genau das ist, haben wir hier einen ausführlichen Artikel für euch, nach dessen Lektüre ihr alles wisst, was ihr über Cloud Native wissen müsst.

Alle Lösungen der Cognizant Mobility profitieren also von der Entwicklung für die Cloud, hochgradige Verfügbarkeit, Ausfallsicherheit und schnelle Skalierung bei Bedarf inklusive.

Entwickelt werden die Anwendungen optimiert für AWS (Amazon Web Services), also wie erwähnt cloud native, um in der Amazon Cloud optimal zu funktionieren. Die Anwendungen werden in diverse Microservices aufgeteilt, und es werden ganz klassisch Container und Images genutzt, um möglichst gleiche Bedingungen auf unterschiedlichen Umgebungen zu ermöglichen – ein wichtiger Schritt, um qualitativ hochwertige Entwicklungsarbeit leisten zu können. Besonders interessant an der Arbeit mit dem Personalized End User Storage ist hierbei auch, dass die Cognizant Mobility im Rahmen des Projekts allein in Europa sechzehn Datenbanken betreibt – was generell der zugrunde liegenden Software geschuldet ist – und somit aufzeigt, dass das Handling hochkomplexer Umgebungen möglich ist: Üblich ist eine einzelne Datenbank. Um die Leistung für den Kunden zufriedenstellend zu betreiben, war ein erheblicher Mehraufwand im Sinne einer sehr komplexen Entwicklungssituation erforderlich, was aber auch problemlos umgesetzt werden konnte.

Außerdem ist das regelrechte Leben von DevOps ein wichtiges Erfolgskriterium. Hierbei ist nicht mal nur der Verweis auf die DevOps-Arbeitsweise gemeint, oder, wie man auch sagen könnte: Es geht nicht nur um Java Entwicklung, sondern auch um die gesamte Cloud-Infrastruktur, die gepflegt und gewartet werden will, um den Betrieb, der optimiert werden soll, kurz: Das ganze Paket zu umarmen und zu pflegen und somit eine gesamtheitliche Lösung zu präsentieren, die aktuellen Standards der Automotive-Branche gerecht wird und diese übertrifft. Dabei lassen wir hier sogar noch wichtige Aspekte wie das Networking außen vor – etwas vorgegriffen könnte man sagen, dass dieser Artikel und der genannte DevOps-Aspekt eher den Kern der Zwiebel beleuchten als das gesamte Szenario.

Um etwas konkreter zu werden, müssten wir dennoch eine gewisse Definitionsgrundlage schaffen, aber vereinfacht würden wir es so darstellen, dass üblicherweise eine gewisse Instanz-Situation besteht – üblicherweise gibt es einen PC oder eine andere Computing Plattform, die mit einem Betriebssystem versehen wird, auf dem wiederum Software läuft. Im Falle der Cloud Native Entwicklung des Perseus-Projekts findet zunächst eine Virtualisierung in der Cloud statt (z.B. via Docker/Kubernetes), und in Kubernetes werden weitere, virtuelle Rechner erstellt (PODs). Diese PODs wiederum enthalten einen oder mehrere Container, wie zum Beispiel Docker Container. Wir wollen euch an dieser Stelle nicht zu weit in die technischen Untiefen der Software-Entwicklung entführen, aber wenn euch das Thema PODs interessiert, dürfen wir euch diesen Link empfehlen, mit dem ihr euch etwas genauer einlesen könnt.

Würde man nun noch eine Ebene tiefer einsteigen, findet man Images mit verschiedenen Anwendungen, wie zum Beispiel Applikationsserver. Die dahinter steckende Business Logik basiert natürlich auf Java – stellt es euch vor wie eine Zwiebel: DevOps ist die äußere Schicht, die Java Entwicklung ist der Kern, und das Know-How, fähige Scrum Teams und Erfahrung vorausgesetzt, entsteht so ein prestigehaltiges Projekt wie das Personalized End User Storage.

personalized-end-user-storage-devops
Um modernsten Personalisierungsansprüchen gerecht zu werden, entwickeln Unternehmen wie Cognizant Mobility nach modernen Frameworks wie DevOps, Scrum und Agile

Personalized End User Storage: Das Fazit

Entwicklung ist Komfort, Personalisierung ist Komfort, Leistung ist Komfort. In Zeiten, in denen sich die digitale Welt weiter nach vorne schiebt und uns Personalisierung in allen Lebensbereichen in zuvor nie gekanntem Ausmaß bietet, ist es ein unbedingter Imperativ, die Förderung dieses Komforts im Sinne der Kundenzufriedenheit zu erkennen und umzusetzen. Das Personalized End User Storage ist ein Beispiel für diese Entwicklung, ebenso wie Projekte wie das Identity Storage oder die weitere Ausbreitung des eSIM-Verfahrens.

Die Cognizant Mobility ist in der Entwicklung der gesamten Konzeptionierung, der Architektur, der Software-Entwicklung sowie der nachfolgenden Betreuung des Projekts ein erfahrener Ansprechpartner mit modernen Teams, die nach aktuellen Frameworks arbeiten, neueste Tools und Erkenntnisse einbringen und die DevOps-Umgebung nicht nur als Flagge vor sich hertragen, sondern konkret leben. Kommt gerne auf uns zu, wenn ihr euch näher für das Thema interessiert, ob als Geschäftspartner, Investor oder auch als Gesprächspartner auf Augenhöhe – wir lieben unsere Themen und sind immer bereit, diesen mehr Sichtweite und Relevanz zu verleihen.

Wenn ihr immer auf dem neuesten Stand bleiben wollt, empfehlen wir euch außerdem, euch durch die nachstehend empfohlenen Themen zu klicken oder unseren Firmen-Newsletter zu abonnieren – kostenlos, freilich – und so auf dem Laufenden zu bleiben. So beginnt Personalisierung.

Professional Marc Wiechmann

Marc Wiechmann

Marketing Professional

Marc arbeitet als Senior Digital Marketing Manager bei Cognizant Mobility und generiert Content, fährt Kampagnen und leitet die SEO-Strategie der Internetauftritte.